Sonntag, 29. Juli 2012

Das Lesen der Akasha-Chronik lernen

Rudolf Steiner: Geschichtliche Notwendigkeit und Freiheit (GA 179)

Textauszug aus dem 7. Vortrag über das Lesen in der Akasha-Chronik

" Dagegen kann man eine andere Methode anwenden, die in ganz aus­gezeichneter Weise, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, die Ein-schreibungen der Akasha-Chronik durchsichtig macht. Und sieht man einmal durch die stehengebliebenen Erinnerungen, dann sieht man sicher hinein in die geistige Welt, mit der man verbunden war zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Aber dazu muß man nicht nur das­jenige, was als erinnerungsgemäß stehen bleibt aus dem eigenen Leben, benützen - das wird immer kompakter und kompakter, da sieht man dann erst recht nicht durch. Es muß das durchsichtig werden. Und durchsichtig wäre es, wenn man immer stärker und stärker den Ver­such macht, nicht so sehr an das sich zu erinnern, was man von seinem Gesichtspunkte aus erlebt hat, sondern an das sich immer mehr zu er­innern, was von außen an einen herangetreten ist. Statt an das, was man gelernt hat, erinnert man sich an den Lehrer, an die Art, wie der Lehrer gesprochen, wie der Lehrer gewirkt hat, was der Lehrer mit einem gemacht hat. Man erinnert sich daran, wie das Buch entstanden ist, aus dem man dies oder jenes gelernt hat. Man erinnert sich vorzugs­weise an dasjenige, was von der Außenwelt herein an einem gearbeitet hat. Ein sehr schöner, wunderbarer Anfang, ja eine Anleitung zu solcher Erinnerung ist Goethes Schrift «Dichtung und Wahrheit», wo er schil­dert, wie er, Goethe, aus der Zeit heraus geformt wird; wie die ver­schiedenen Kräfte an ihm arbeiten. Daß Goethe so etwas gemacht hat in seinem Leben, daß er in einer solchen Weise eine Art Rückschau ge­halten hat, nicht von dem Gesichtspunkte der eigenen Erlebnisse, son­dern von dem Gesichtspunkte der andern und der Zeitereignisse, die an ihm gearbeitet haben, dem verdankt er, daß er solche tiefen Einblicke hat tun können in die geistige Welt, wie er getan hat. Das aber ist auch zu gleicher Zeit der Weg, um in weiterem Umfange mit der Zeit in Berührung zu kommen, die zwischen dem letzten Tode und dieser un­serer Geburt verflossen ist.

Also Sie sehen, von einem andern Gesichtspunkt aus weise ich Sie heute auf dasselbe hin, worauf ich Sie schon hingewiesen habe: Erwei­terung der Interessen über das Persönliche hinaus, gerade Hinlenkung der Interessen und der Aufmerksamkeit auf dasjenige, was nicht wir sind, sondern was uns geformt hat, woraus wir entstanden sind. Ein Ideal ist es, hinzuschauen auf die Zeit und auf längere Vorzeit vor uns und all die Kräfte aufzusuchen, die diesen Kerl, der man geworden ist, aus sich heraus geformt haben. Das allerdings bietet wenig Schwierigkeiten, wenn man es so schil­dert, aber es ist keine ganz leichte Aufgabe. Es ist auch eine Aufgabe, die, weil sie starke Selbstlosigkeit erfordert, großen Erfolg hat. Gerade diese Methode erweckt die Kräfte, mit seinem Ich in dieselbe Sphäre hineinzukommen, die die Toten mit den Lebendigen gemeinschaftlich haben. Weniger sich kennenzulernen, mehr seine Zeit kennenzulernen, das wird die Aufgabe eines öffentlichen Unterrichts in einer gar nicht zu fernen Zukunft sein, aber seine Zeit im Konkreten kennenzulernen, nicht so kennenzulernen, wie es jetzt in den Geschichtsbüchern steht; so, wie diese Zeit selbstverständlich sich entwickelt aus geistigen Im­pulsen heraus."

Quelle:

Dienstag, 3. Juli 2012

Akiane Kramarik 2012

Malerin Akiane, * 9. Juli 1994 in Illinois

Horoscope 4.00 am, AC 26° Zwillinge
=> Interpretation (click)

Gemälde der 17jährigen Malerin Akiane Kramarik (Idaho, USA)
http://www.artakiane.com/





















Montag, 25. Juni 2012

Vom Ende der Inkarnationen

aus: "Welt, Erde und Mensch, deren Wesen und Entwickelung sowie ihre Spiegelung in dem Zusammenhang zwischen ägyptischem Mythos und gegenwärtiger Kultur" (1908), GA 105, 3. Vortrag
Gegenwärtig hat der Mensch ein Ich, einen Astralleib, einen Ätherleib und einen physischen Leib. Wie geschieht nun die Weiterentwickelung? Dadurch, daß der Mensch an sich selbst mehr und mehr arbeitet. Heute ist das Ich des Menschen in vieler Beziehung noch ohnmächtig gegen­über den anderen Gliedern seiner Wesenheit. Denken Sie nur daran, wie der heutige Mensch vielfach nicht imstande ist, seine Leidenschaften zu beherrschen und von ihnen, also von seinem astralischen Leib, be­herrscht wird. Es ist ein großer Unterschied unter den Menschen in dieser Beziehung. Der eine ist ganz hingegeben seinen astralischen Kräf­ten, seinen Leidenschaften. Betrachten Sie den Wilden, der seine Mit­menschen frißt, und vergleichen Sie ihn mit dem heutigen europäischen Kulturmenschen; und dann betrachten Sie einen hohen Idealen nach­strebenden Menschen, wie Schiller oder Franz von Assisi. Sie sehen, es ist eine Fortentwickelung, die darin besteht, daß die Menschen immer mehr und mehr lernen, ihren Astralleib vom Ich aus zu beherrschen.

Und es wird eine Zeit kommen, wo das Ich den Astralleib ganz beherrscht, ihn durchglüht und durchzieht. Dann wird der Mensch ein höheres Glied ausgebildet haben, das wir Manas oder Geistselbst nen­nen. Es ist nichts anderes als der durch das Ich umgewandelte Astral­leib. Wenn wir den heutigen Menschen betrachten, so müssen wir sa­gen, sein Astralleib besteht eigentlich aus zwei Teilen, aus dem, was er schon umgewandelt hat, was unter der Herrschaft des Ichs steht, und dem, was sein Ich noch nicht beherrschen kann. Dieser Teil ist noch von anderen, niederen Kräften und Trieben erfüllt, und wenn das Ich diese hinaustreibt, fügt es dem astralischen Leibe allerlei Kräfte hinzu. Damit aber der Astralleib überhaupt erhalten bleibe, damit er nicht durch das Niedere zerstört werde, muß er immer noch durchdrungen, durchsetzt sein von höheren Wesenheiten, die ihn heute so beherrschen können, wie einst der Mensch es tun wird, wenn er am Ziele seiner Entwickelung angelangt sein wird. Diese Wesen, die die Aufgabe ha­ben, den vom Menschen unbeherrschten Teil seines Astralleibes zu be­herrschen, stehen eine Stufe höher als der Mensch, es sind die Engel oder Geister des Zwielichts. In der Tat wacht sozusagen über jedem Men­schen ein solch höherer Geist, der über seinen Astralleib Macht hat, und es ist nicht bloß eine kindliche Vorstellung, sondern eine tiefe Weisheit, wenn man von Schutzengeln spricht. Sie haben eine große Aufgabe, diese Schutzengel.

Betrachten wir den Gang eines Menschenlebens über die Erde in seiner Gesamtheit. Wir wissen, es geht durch viele Verkörperungen hin­durch. Einmal, in einem gewissen Punkte der Erdentwickelung, beginnt der Mensch als Seelen-Ich in seiner ersten Inkarnation auf der Erde zu leben. Dann stirbt er, es kommt eine Zwischenzeit, dann eine neue Verkörperung, und so geht es fort von Inkarnation zu Inkarna­tion, und das wird erst in einem fernen Punkte der menschlichen Entwicklung sein Ende haben. Dann wird der Mensch durch alle Inkar­nationen hindurchgegangen sein, und dann wird er auch die Fähigkeit erlangt haben, seinen astralischen Leib vollkommen zu beherrschen. Das kann er nicht früher, als bis er durch alle Inkarnationen hindurchge­gangen ist, wenigstens nicht in normaler Entwicklung. Da verfolgt nun ein solcher höherer Geist das Innerste der Menschennatur, was sich von Inkarnation zu Inkarnation zieht, und leitet den Menschen von In­karnation zu Inkarnation, so daß er seine Erdenmission wirklich erfüllen kann. Es ist in der Tat so, wie wenn der Mensch seit dem Beginn seiner Erdenwanderung hinaufsehen könnte nach einem erhabenen Geist, der sein Vorbild ist, der ganz seinen astralischen Leib beherr­schen kann, der ihm sagt: So mußt du sein, wenn du einst aus dieser Erdentwickelung heraustrittst. - Das ist die Aufgabe der sogenannten Geister des Engelreiches, die Inkarnationen der Menschen zu leiten.

Und ob man sagt, der Mensch blickt auf zu seinem höheren Selbst, dem er immer ähnlicher werden soll, oder ob man sagt, er schaue zu seinem Engel als zu seinem großen Vorbilde hinauf, das ist im Grunde genom­men geistig ganz dasselbe.

Und dann, wenn der Mensch weiterarbeitet, wird er den Ätherleib umgestalten zu Buddhi oder Lebensgeist; bewußt wird er es einst tun, aber auch heute schon arbeitet er unbewußt daran. Um so mehr müssen heute höhere Geisteswelten mitwirken in allen Menschen-Ätherleibern, und die Feuergeister sind es, die diese Arbeit verrichten. Nun sind aber die Ätherleiber der Menschheit nicht so individuell verschieden wie die Astralleiber. Jeder Mensch hat seine besonderen Tugenden oder Untugenden, aber in bezug auf das, was mit dem Ätherleib zusammen­hängt, herrscht eine gewisse Gleichheit; wir sehen das an den Eigen­schaften, die mit der Rasse, mit dem Volkstum zu tun haben. Und deshalb sehen wir auch, daß in bezug auf seinen Ätherleib nicht jeder Mensch seinen Erzengel hat, sondern es sind Volksstämme, Rassen, die von höheren und niederen Feuergeistern geleitet werden. Die Völker und Rassen unserer Erde werden in der Tat gemeinschaftlich gelenkt von jenen Geistern, die man die Erzengel oder Feuergeister nennt. Da erweitert sich Ihr Blick auf etwas, was für viele Menschen recht ab­strakt ist, was aber für den, der in geistige Welten hineinsieht, etwas sehr Konkretes darstellt. Wenn jemand heute vom Volksgeist oder von der Volksseele spricht, so hält er das für irgendeine Abstraktion. Für den okkulten Beobachter ist das nicht so. Da ist das ganze Volk wie gemein­sam hineingebettet in eine geistige Substanz, und diese geistige Sub­stanz ist der Leib eines Feuergeistes. Und wie unsere Erde gelenkt und geleitet wird von alten grauen Zeiten her bis auf uns, von Volk zu Volk, von Rasse zu Rasse, da sind es die sozusagen über die Entwicklung hinschreitenden Erzengel, die in den Volksseelen ihren Leib haben und die den Gang der Erdentwickelung also leiten.

Und dann gibt es noch etwas, was von solchen Gemeinschaften wie Volk und Rasse unabhängig ist. Betrachten wir unsere heutige Zeit, wie vieles unabhängig von solchen Gemeinschaften ist; und blicken wir zurück zum Beispiel auf die Zeiten des 12. Jahrhunderts. Da sehen wir, wie gewisse geistige Angelegenheiten sich bei allen Völkern Europas in gleicher Weise abspielen, wir sehen etwas, was übergreifend ist über die Volksgeister - man hat den Namen Zeitgeist dafür geprägt. Aber die­ser Zeitgeist ist in Wirklichkeit vorhanden, und er ist der Leib für noch höhere Wesenheiten, er ist der Leib von den Geistern der Persönlich­keit, von den Urbeginnen, den Archai. 


Und jetzt sehen wir, wie unsere Erde gleichsam eingebettet ist in eine geistige Atmosphäre. Sie läßt aus mineralischen Gebilden heraus die Pflanze hervorsprießen, Tiere und Menschen wandeln auf ihr; sie selbst aber ist wie eingehüllt von erhabenen geistigen Wesenheiten: von Geistern, die den einzelnen Menschen lenken; von Geistern, die die Leiter und Führer der Volks- und Rassengemeinschaften sind, und von denen, die den Zeitgeist hinüberlenken von einer Epoche zur anderen. So haben wir heute einmal versucht, uns einen Überblick zu ver­schaffen über das, was unsere Erde, ja was unsere Welt in geistiger Beziehung ist und wie der Mensch mit alldem zusammenhängt. Und damit haben wir eine Grundlage geschaffen, um wirklich mit Nutzen zu betrachten, was wir über das Verhältnis von Welt, Erde und Mensch zu sagen haben werden.

Dienstag, 27. September 2011

Werner Schüpbach: Der Arabismus aus spiritueller Sicht

An dieser Stelle können Sie das Buch "Der Arabismus - seine historischen und spirituellen Hintergründe und sein Fortwirken in der Gegenwart" des Anthroposophen, Naturforschers und Pädagogen Werner Schüpbach herunterladen, welches 1970 im Verlag "Die Kommenden" (Freiburg) erschienen ist.



"Es ist klar: Nur das tote (d.h. geistlose, arabistische, Anm.) Denken konnte die Wissenschaft und die Beherrschung des Toten bringen, nur der mechanistische Denkablauf das Verständnis der mechanistisch-physikalischen Abläufe im Naturgeschehen. Und es konnte dies nicht nur geschehen, sondern es mußte mit Notwendigkeit eintreten.
Dies also war der Sinn der großen Sinnlosigkeit in der menschlichen Evolution, die mit dem Arabismus heraufkam. Dies war das Ziel der Planung, die sich der Überschau verrät und in deren Hintergründe wir nun auf anderem Wege hineinschauen können, nämlich durch die Enthüllungen Rudolf Steiners aus seiner spirituellen Forschung.

Es sind nicht nur äußere Beziehungen, die bestehen zwischen der arabischen und der europäischen Kultur, sondern es waren die großen Geister des Arabismus selbst, die Schöpfer und Träger jener Hochkultur von Bagdad, die in ihren späteren Verkörperungen wiederkamen als die Schöpfer, die Träger der entscheidenden Impulse der Entwicklungen der Neuzeit in Europa. Das Entscheidende ist: Die Entwicklung des mechanistischen Denkens und der entsprechenden Kultur ist kein mechanistischer Ablauf gewesen, sondern sie war Absicht und Tat von Individualitäten." (Der Arabismus, S. 23)
Weitere Zitate finden Sie unten.

Werner Schüpbach
* 1896 in Trubschachen, Schweiz
+ 1982 in Wellington, Neuseeland
Werner Schüpbach - Stiftung Kulturimpuls

Download des Buches:
Der Arabismus - seine historischen und spirituellen Hintergründe und sein Fortwirken in der Gegenwart

Inhalt

1. Der orientalische Ursprung des Arabismus und sein Fortwirken in der modernen Kultur des Westens

2. Die Symbolik des Arabismus und ihre Entsprechungen in Mensch und Natur

3. Der Arabismus, seine spirituellen Hintergründe und die in ihm wirkenden Individualitäten

4. Moderne arabistische Wissenschaft in spiritueller Sicht. Ahriman und Luzifer

5. Alteuropäischer Geist und das spitiuelle Bild der neuen Physik

6. Die Wirksamkeit des Übersinnlichen im Sinnlichen

7. Der Nachweis ätherischer Wirkungen in organischen Substanzen. Das Ordnungsprinzip der neuen Physik als das Wirken des Wortes

8. Der Individuationsprozess in der Natur und im Menschen und die Gesetzmässigkeit der Vererbung

9. Die Wirkung der radioaktiven Strahlung im lebendigen Organismus. Mutation und vegetative Kräfte

10. Das Problem des Zerfalls des menschlichen Erbgutes in spiritueller Sicht. Die schöpferische Kraft des Christusimpulses im Ich

11. Die Wirksamkeit des Christusimpulses im 'Lebensbaum' und als neue Universalität im Denken und Erkennen

weitere Auszüge:

"Wie im vollmenschlichen Denken das pflanzenhaft Lebendig-Bildende waltet, wie da weiter dieselbe Sprache des Geistigen, die sich in der Gestaltenwelt der Naturreiche offenbart, in einer gleichartigen Bilderwelt spricht, und wie dies alles im Laufe der Evolution im Menschengeiste parallel zur Evolution in der äußeren Welt veranlagt und entwickelt wurde, so wurde in ihm zuletzt auch dasjenige veranlagt und entwickelt, was das Wesen des Toten ist, der letzten Seinsform des Irdischen. Diese entspricht darum in ihrem Wesen der letzten menschlichen Gedankenform, der intellektuellen." (S. 25)

"Und die betreffenden Persönlichkeiten (Hiram Abiff und sein Ratgeber) kannten aus ihrer Mysterienvergangenheit heraus den sicheren Weg des mechanisch-toten, von allem Geistig-Lebendigen vollkommen getrennten Denkens. Sie gingen an das Problem des Physisch-Toten durch die Anwendung des Geistig-Toten heran. Daß dieser Weg und sein sicheres Ziel gekannt wurden, geht mit Gewißheit aus der Tatsache hervor, daß die absolut richtigen Prinzipien hingestellt wurden, welche der modernen Wissenschaft den schnurgeraden Weg zum Ziel wiesen, welche diesen triumphalen Aufschwung in einer kulturgeschichtlichem Maßstabe gemessen so kurzen Zeitspanne heraufführten.

Eine der führenden Individualitäten des östlichen Arabismus, in denen jene Kräfte wirkten, war Francis Bacon, der große Gegner und Verächter des aristotelischen Denkens in Europa, der in England im Anfang des 17. Jahrhunderts mit seinem Werk 'Novum organum scientiarum' den Empirismus begründete. Damit begannen die Kräfte, die in den Schulen von Bagdad (Anm.: unter Hiram Abiff, Gondishapur, 6./7. Jhd.) entwickelt worden waren, im europäischen Westen ihr Wirken durch die sie tragenden Individualitäten.

Merkwürdig ist, daß ein Namensvetter und wohl auch Stammverwandter des Francis Bacon, Roger Bacon, der schon im 13. Jahrhundert als Gegner der Scholastik und berühmter 'Doctor mirabilis' in England wirkte, als erster das Experiment im modernen Sinne anwandte (Anm.: laut Rudolf Steiner handelt es sich bei den beiden Bacons um dieselbe Entelechie). Sein Nachfahre Francis aber war es, der auf Rogers Prinzip des Experiments fußend, das Signal zum Triumphzug der europäischen Wissenschaft gab. Die beiden Prinzipien, dasjenige des Experiments und dasjenige der reinen Empirie, waren die Voraussetzungen." (S. 28f.)


Vorwort

Die vorliegende Arbeit wurde vom Verfasser in den Jahren 1949 und 1950 als Aufsatzreihe dem kleinen Leserkreis der Zeitschrift „Gegenwart“, Bern, vorgelegt, und sie ist damals vielfach mit Interesse verfolgt worden. Sie soll nun, nach zwanzig Jahren, in im wesentlichen unveränderter Fassung auf Anregung ihrer alten Freunde hin einem weiteren Kreise von interessierten Lesern zugänglich gemacht werden, da sie in der Zwischenzeit in gewissen Beziehungen an Aktualität gewonnen hat. Diese Aktualität ist im geisteswissenschaftlich-weltanschaulichen Denken im Sinne Rudolf Steiners begründet. In bezug auf die Auseinandersetzung mit der Wissenschaft ist es klar, daß diese Ausführungen nicht mehr der heutigen Situation entsprechen können, da die Entwicklung inzwischen weiter fortgeschritten ist. Manche Namen und Anschauungen, die vor zwanzig Jahren im Vordergrund des Interesses standen, sind heute weniger aktuell, und es wären ihnen neue hinzuzufügen. Das hätte eine bedeutende Erweiterung und Umformung der Arbeit erfordert, die indessen ihrer Tendenz wenig förderlich gewesen wäre, da es sich ja nicht in erster Linie um die Einzelheiten modernen wissenschaftlichen Denkens und Forschens handelt, sondern vielmehr um deren Richtung und Grundhaltung im allgemeinen, die in der Arbeit in einer bestimmten Art gekennzeichnet worden ist. So hat sich der Verfasser in dieser Hinsicht auf einige Zusätze beschränkt.

Für manche Leser mag in der vorwiegend angewandten geisteswissenschaftlichen Ausdrucks- und Denkweise im Sinne Rudolf Steiners eine gewisse Schwierigkeit vorliegen. Das betrifft vor allem den Rückblick in die Vergangenheit unseres Planeten. In dieser Beziehung möchte der Verfasser bemerken, daß es für die Zielsetzung seiner Arbeit nicht von großem Belang ist, ob man sich etwa mit den Begriffen von ‚Altem Saturn‘, ‚Alter Sonne‘ und so weiter befassen kann und will. Man mag diese Dinge durchaus auf sich beruhen lassen. Dem modernen Denken ohne weiteres verständlich sind dagegen die traditionell spirituellen Bezeichnungen der Epochen der Erdgeschichte. Unter der lemurischen Epoche verstehen wir den ganzen Zeitraum von Erdaltertum und Erdmittelalter, und als die atlantische Epoche bezeichnen wir den Zeitraum von Tertiär und Diluvium. Der Rückblick in die Zeit der Entstehung des Arabismus in der nachatlantischen Zeit läßt dessen Natur spirituell verständlich werden, und der Überblick über die nachfolgende kulturelle Entwicklung von diesem Gesichtspunkte aus enthüllt seinen tiefen Sinn innerhalb der globalen Realität des menschlichen Daseins und seine Zukunft. Dieser Aspekt der mentalen und sozialen menschheitlichen Evolution in ihrer Beziehung vor allem auch zum Impuls des Christentums ist heute aktueller geworden durch die Problematik der menschlichen Gesellschaft im rasanten Fortschreiten ihrer technologischen Zivilisation. Das spirituelle Verständnis dieser Problematik kann den Willen zu den fällig werdenden Lösungen wecken und fördern.

Dies wollte der Verfasser der vorliegenden neuen Ausgabe seiner Arbeit vorausschicken, die durch den Verlag Die Kommenden möglich geworden ist, dem gegenüber er für sein Verständnis und Entgegenkommen Anerkennung und Dank zum Ausdruck bringen möchte.

Sonntag, 25. September 2011

Mike Davis: Planet Of Slums

Mike Davis' Buch "Planet der Slums" (2006) ist ein Meisterwerk - eine minutiöse Analyse der globalen Verarmung; die erste wirkliche globale Untersuchung städtischer Armut. Davis gilt als einer der brilliantesten Kritiker der US-amerikanischen Gesellschaftsentwicklung.

Donnerstag, 1. September 2011

Das Michael-Zeitalter seit 1879

An dieser Stelle möchte ich das vollständige Vorwort des Buches "Die Sendung Michaels - Die Offenbarung der eigentlichen Geheimnisse des Menschenwesens" (1919) zitieren:

Zu dieser Ausgabe
von Martina Maria Sam (1994)

In der abendländischen Kunstgeschichte ist der Erzengel Michael neben dem Erzengel Gabriel diejenige geistige Wesenheit, die die meisten Darstellungen erfahren hat: als Seelenwäger beim Jüngsten Gericht, öfter jedoch als der Drachen-, der Satansbekämpfer.

In der Moderne hat man vergessen, was diese Bildersprache zu sagen hat; im vorliegenden Band gibt Rudolf Steiner dagegen eine hochaktuelle Interpretation der Imagination vom Drachenkampf: Dem Sieg Michaels über die gegnerischen Mächte in den himmlischen (übersinnlichen) Welten dankt der Mensch seine Intelligenz, doch hat sich dadurch der Kampf mit den Gegenmächten in die irdische Welt verlagert und ist so zu einer Menschheitsaufgabe geworden. Aber auch hier darf der Mensch die Geistwesenheit Michael an seiner Seite wissen: Michael als der "Geist der Stärke" (S.42), als "die starke Kraft, die das Materielle durchschauen kann, indem sie im Materiellen zu gleicher Zeit das Geistige sieht" (S. 42) und als derjenige, der dem Menschen "die eigentlichen Geheimnisse, die mit dem Menschenwesen zusammenhängen" (S. 36) offenbart, kann dem Menschen in seinem Kampf gegen das Böse beistehen. Allerdings nur, wenn der Mensch dies will - "weil der Mensch in seine Freiheitsentwicklung eingetreten ist" (S. 59) - und wenn er sich zunächst um zwei gründliche Erkenntnisse bemüht: den Spiegelcharakter der Gedankenwelt zu realisieren und das Übersinnliche in der sinnlichen Welt zu erkennen.

Wie die Entwicklung unserer Zivilisation seit der Zeit dieser Vorträge im Jahre 1919 die Wahrheit und Bedeutung der Geist-Erkenntnis Rudolf Steiners bestätigt, kann insbesondere deutlich werden aus den Hinweisen, wie Lüge, Selbstsucht, Kulturkrankheit und -tod sich immer weiter ausbreiten werden, wenn Erkenntnisse wie die obigen nicht aufgenommen werden und bis in die (Drei-)Gliederung des sozialen Organismus umgesetzt werden: "Lassen Sie drei Jahrezehnte noch so gelehrt werden wie an unseren Hochschulen gelehrt wird, lassen Sie noch durch dreissig Jahre so über soziale Angelegenheiten gedacht werden, wie heute gedacht wird, dann haben sie nach diesen dreissig Jahren ein verwüstetes Europa. Sie können noch so viele Ideale auf diesem oder jenem Gebiete aufstellen Sie können sich die Münder wund reden über Einzelforderungen, die aus dieser oder jener Menschengruppe hervorgehen, Sie können in dem Glauben reden, dass mit noch so eindringlichen Forderungen etwas getan werde für die Menschheitsentwicklung - alles wird umsonst sein, wenn die Umwandlung nicht geschieht aus dem Fundamente der Menschenseele heraus: aus dem Denken der Beziehung dieser Welt zur geistigen Welt. Wenn nicht da umgelernt wird, wenn nicht da umgedacht wird, dann kommt die moralische Sintflut über Europa!" (S. 197)

Neben dem vorliegenden Band spricht Rudolf Steiner in vielen weiteren Vorträgen und Schriften über die Wesenheit des Erzengels Michael; vor allem seien hier noch die sogenanntebn "Michaelsbriefe" (in GA 26), die kurz vor seinem Tode entstanden, genannt sowie die Vortragsreihen "Der Jahreslauf als Atmungsvorgang der Erde" (GA 229) und "Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge" (GAS 237, 238, 240).

Link zu den Vortagstexten:
Die Sendung Michaels - Die Offenbarung der eigentlichen Geheimnisse des Menschenwesens"

Inhalt (Auswahl): Die Michael-Macht und die Michael-Sendung / Die Michael-Offenbarung. Fleischwerdung des Wortes und Geistwerdung des Fleisches / Michaelisches Denken. Der Mensch als übersinnliches Wesen / Die alte Mysterienkultur und der Michael-Impuls / Die Michael-Tat und der Michael-Einfluß / Die alte Yoga-Kultur und der neue Yoga-Wille. Die Michael-Kultur der Zukunft / Das Hineinweben der elementarischen Welt in das Schicksalsmäßige des Menschen / Der Mensch und die Umwelt / Der Dornacher Bau. Das Geheimnis der Trinität Luzifer, Christus, Ahriman / Baustile als Ausdruck der Menschheitsentwickelung / Die Mysterien des Lichtes, des Raumes und der Erde


Zeitlicher Überblick der 7 Erzengel-Regentschaften:
Oriphiel (Saturn) 200 v. Chr. - 150 n. Chr.
Anael (Venus) 150 - 500 n. Chr.
Zachariel (Jupiter) 500 - 850 n. Chr.
Raphael (Merkur) 850 - 1190 n. Chr.
Samael (Mars) 1190 - 1510 n. Chr.
Gabriel (Mond) 1510 - 1879 n. Chr.
Michael (Sonne) November 1879 - ca. 2300 n. Chr.

Über Erzengel Michael:
Anthrowiki "Erzengel Michael"




Mittwoch, 24. August 2011

Das Wassermann-Zeitalter

Wie kam Rudolf Steiner zu der Erkenntnis, dass das Fische-Zeitalter von 1413 n.Chr. bis 3573 dauere? In seinem Vortrag ""Wie finde ich den Christus"" stellt er dies minutiös dar. Vorweg noch diese Bemerkung: Jedes Zeitalter entfaltet laut Steiner erste Wirkungen bereits ca. 1500 Jahre vor seinem eigentlichen Beginn, damit die Wassermann-Impulse, d.h. die bewusste Entwicklung des Geistselbst/Höheren Selbst, zur richtigen Zeit - also im Jahr 3573 - für die geamte Menschheit zur Geltung kommen können. Die Folge ist, dass erste Wassermann-Impulse bereits seit ca. 1960 wirken müssen.

Das exakte Timing wird von Rudolf Steiner im genannten Vortrag so dargelegt und begründet:

Jedes Zeitalter dauert 2160 Jahre lang. Davon sind die ersten 1080 Jahre eine aufsteigende, die zweiten 1080 eine absteigende Entwicklung. Die Widersacher Luzifer und Ahriman wollen die Menschheit von ihrer Entwicklung abbringen nach dem spirituellen Gesetz, welches lautet: "das Böse ist unzeitgemässes Gutes, also zur falschen Zeit wirkendes Gutes". Daher trachteten die Widersacher danach, den Menschen die Bewusstseinsseele bereits im Zeitalter der Verstandesseele bringen, d.h. während der griechisch-römischen Zeit (Widder-Zeitalter).

Die Widersacher nutzten dafür den Zeitpunkt, als das Zeitalter der Verstandesseele seinen Zenit errreichte und in die absteigende Phase überging. Das war im Jahr 333 n.Chr. der Fall (1413 minus 1080 ist 333); dieses Jahr ist zugleich auch die exakte Mitte der Menschheitsentwicklung während der Nachatlantis-Epoche. Diesen Zeitpunkt wollten die Widersacher nutzen, damit bis zum Jahr 666 letztlich die Bewusstseinsseele kommen würde. Was aber hätte das bedeutet? Der Mensch wäre dadurch derart überwältigt worden, dass er sich nicht hätte weiterentwickeln können; die Möglichkeit zu Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmensch wäre genommen worden.

Die göttlichen Mächte sahen dies voraus und setzten durch die Christus-Inkarnation den nötigen Gegenimpuls. Dies musste ebenso viele Jahre zuvor geschehen, als die Bewusstseinsseele gekommen wäre - also genau 333 Jahre zuvor.

Es bleiben als letztes Rätsel zwei Punkte. Erstens, warum sind es genau 333 Jahre? Es wird wohl eine Parallele zum 33 Jahreszyklus geben, der für den Menschen so bedeutsam ist; gilt dann für geistige Kräfte Äquivalent ein 333-Jahreszyklus? Zweitens, warum ist nicht das Golgotha-Ereignis der zeitliche Mittelpunkt der Menschheitsentwicklung, sondern die Inkarnation der Jesus-Knaben bzw. einige Jahre später. Ich vermute, dass der Zeitpunkt entscheidend ist, an dem der physische Körper geschaffen war, in welchem der Christus sich später verkörpern konnte. Denn es ist völlig klar, dass von der Christus-Inkarnation in den 30jährigen Meister Jesus (v. Nazareth) bis zum Golgotha-Mysterium 3 Jahre später die spirituelle Basis für die Menschheitsentwicklung geschaffen wurde. Und die Seele des 7jährigen Jesus von Nazareth erschuf ihren Körper so, dass sich Gott Christus später darin verkörpern konnte.

Der gesamte Vortragstext: "Wie finde ich den Christus"